Reifen! Kontrolle und Fahrverhalten!


Reifen sind die einzige Verbindung die dein Auto zur Fahrbahn hat!

Darum behandle die Reifen deines Autos pfleglich.

Vermeide es möglichst durch tiefe Schlaglöcher oder über Steine zu fahren.

Wenn du z.B. mal unbedingt auf einen Bordstein fahren musst, mache dies auf jeden Fall langsam und vorsichtig, damit der Reifen keinen Schaden nimmt.


Reifen bestehen nämlich nicht nur aus Gummi! Sie haben im Inneren verschiedene Gewebelagen (Karkasse) die dem Reifen Form und Stabilität geben.
Beschädigungen dieser Gewebelagen sind oft nicht ohne Weiteres von außen zu erkennen, darum gehe vernünftig mit deinen Reifen um! 

 

Kontrolliere deine Reifen regelmäßig auf Beschädigungen wie z.B. Risse, Schnitte, Beulen oder auf Fremdkörper (Nägel, Splitter etc.) die in ihm stecken könnten.

 

Genauso ist der optimale Reifenluftdruck extrem wichtig, selbstverständlich auch die ausreichende Profiltiefe!

 

Du musst also drei Dinge beim Reifen ständig kontrollieren nämlich:

 

·        Luftdruck

 

·        Beschädigungen

 

·        Verschleiß (Profiltiefe)

 

Das sind auch die richtigen Antworten aus der folgenden Theoriefrage!


Der richtige Luftdruck!

Der richtige Luftdruck in den Reifen ist für ein sicheres Fahren unbedingt notwendig.
Mit zu geringem Luftdruck hat der Reifen keine Stabilität und drückt sich zu weit durch. Ungefähr alle 14Tage solltest du den Luftdruck kontrollieren.

Denke daran, dass viele Autos 5 Reifen haben, evtl. hat dein Auto ein Reserverad oder ein Notrad, auch da sollte der Luftdruck stimmen.
Du findest Angaben für den richtigen Luftdruck deiner Reifen in der Betriebsanleitung deines Fahrzeugs, bei vielen Fahrzeugen ist auch ein Aufkleber im Tankdeckel oder in der Fahrertür.
 

Luftdruck immer bei kalten Reifen kontrollieren!

 

Der Luftdruck wird immer bei kalten Reifen kontrolliert, also vor Antritt einer langen Fahrt.
Beim Fahren werden die Reifen durchgeknetet und durchgewalgt. Durch dieses Arbeiten des Reifens, wird der Reifen warm. Die Luft im Reifen wird natürlich auch warm, warme Luft dehnt sich aus und der Druck im Reifen steigt. Darum hättest du dann bei der Luftkontrolle ein falsches Messergebnis.
Darum immer vor der Fahrt bei kalten Reifen den Druck kontrollieren und nicht direkt nach einer Autobahnfahrt.

Beladen oder leer?

 

Natürlich ist der Luftdruck auch von der Beladung deines Autos abhängig. Es ist klar, dass bei voller Beladung der Luftdruck höher sein muss, als im unbeladenen Zustand.

 

Schaue zuerst an den Reifen, welche Größe sie haben.

 

Diese Reifengröße sucht du auch auf der Luftdrucktabelle deines Fahrzeugs!

In der Tabelle findest du die Angaben für die Vorderräder, für die Hinterräder, bei Teilbeladung und bei voller Beladung.

 

Die kleinen Kommazahlen geben den Luftdruck in bar an. Nehmen wir mal die Vorderräder bei Teilbeladung! Das wären also hier 2,5 bar!

 

Jetzt einfach nur mit dem Luftdruckkontrollgerät an der Tankstelle den Luftdruck anpassen!

Und wieder können wir 2 Fragen beantworten!

 

Eine Felge ist übrigens der innere Metallteil eines Rades. Auf der Felge ist der Reifen montiert. Der Werkstoff der Felge hat nichts mit dem Reifenluftdruck zu tun. Darum ist die dritte Antwort verkehrt.


Der richtige Luftdruck ist entscheidend für einen guten Fahrbahnkontakt!

Nur mit dem richtigen Luftdruck haben Reifen einen vernünftigen Fahrbahnkontakt. Wenn der Luftdruck in Ordnung ist, stehen die Reifen mit der ganzen Lauffläche auf der Fahrbahn auf.
Sie haben dann die größtmögliche Haftung und die beste Seitenführungskraft in den Kurven. Außerdem werden so die Reifen auch gleichmäßig belastet und beansprucht.

Zu geringer Luftdruck ist sehr gefährlich!

 

Ist der Luftdruck zu gering, sieht das schon ganz anders aus. Die Reifen drücken sich zusammen, und die Lauffläche der Reifen wölbt sich nach innen. Dadurch stehen die Reifen nur noch an den Außenkanten vernünftig auf der Fahrbahn auf. Sie haben natürlich keinen vernünftigen Fahrbahnkontakt mehr und können auch keine vernünftigen Seitenführungskräfte aufbauen.
Weil nur ein Bruchteil des Reifens auf der Fahrbahn aufsteht, werden natürlich auch Bremswege wesentlich länger.

Das gefährliche an zu niedrigem Luftdruck ist das starke Arbeiten des Reifens während der Fahrt. Weil der Reifen die ganze Fahrt durchgeknetet wird, läuft er an der Aufstandsflächen heiß.
Der heiße Reifen wird weicher und durch die Hitze steigt der Luftdruck im Reifen.
Im Extremfall kann sich die äußere Lauffläche vom Reifen lösen und der Reifen platzen.

Zu hoher Luftdruck ist auch nicht gut!

 

Wenn du einen Reifen immer stärker aufpumpst, wird er irgendwann rund, ähnlich wie ein Ball.
Dadurch steht er nur mit der Mitte der Lauffläche auf der Fahrbahn auf, eine vernünftige Seitenführung der Reifen, vor allen Dingen in Kurven, ist natürlich nicht mehr gegeben.

 

Ein Reifen übernimmt auch einen großen Teil der Federung bei einem Fahrzeug. Wenn man also einen Reifen extrem hart aufpumpt, leidet darunter auch der gesamte Fahrkomfort des Fahrzeugs.
Das Fahrzeug wird dadurch härter und unkomfortabler.
Das fällt ganz besonders auf schlechten Fahrbahnen oder Kopfsteinpflaster auf, weil sich der harte Reifen den Unebenheiten der Fahrbahn nicht mehr anpassen kann.


Falscher Luftdruck bedeutet ungleichmäßigen Verschleiß

Wenn Reifen nicht mit der kompletten Lauffläche auf der Fahrbahn aufstehen, fahren sie sich auch ungleichmäßig ab.
Auf dem unteren Bild siehst du links einen nagelneuen Reifen. Wenn man ihn weiterhin mit dem richtigen Reifenluftdruck fährt, wird er sich auch weiterhin gleichmäßig abnutzen.
Der mittlere Reifen ist mit zu wenig Luft gefahren worden, dadurch haben die Reifen sich außen wesentlich mehr abgefahren. Auf der rechten Seite sehen wir was passiert wenn ein Reifen mit zu hohem Luftdruck gefahren wird. Er nutzt sich hauptsächlich in der Mitte der Lauffläche ab.

Und wieder können wir Fragen lösen!

 

Der Weg den du beim Anhalten zum Reagieren brauchst, ist natürlich nicht abhängig vom Reifendruck. Darum ist die dritte Antwort falsch.


Falsch abgefahrene Reifen durch falsche Radstellung!

 

Außer dem Luftdruck gibt es noch einen weiteren Grund, warum sich Reifen ungleichmäßig abfahren könnten.
Wenn man z.B. beim Abbiegen oder beim Einparken ständig die Bordsteine rammt, kann es sein, dass sich dadurch ein Rad an der Vorderachse verstellt.

Wenn die beiden Vorderräder dadurch nicht mehr in die gleiche Richtung fahren wollen, nutzt sich das verstellte Rad einseitig ab.

Wie so etwas aussehen kann, siehst du auf diesem Bild!
Dieser Vorderreifen hat sich einseitig abgenutzt da die Spur an der Vorderachse verstellt war.

 

Wenn du feststellst, dass sich ein Vorderreifen einseitig abgefahren hat, musst du in die Werkstatt fahren und die Spur deines Autos wieder richtig einstellen lassen.
Wenn die Spur ganz extrem verstellst ist kann es auch passieren, dass dein Auto während der Geradeausfahrt immer zu einer Seite ziehen möchte.
Normalerweise muss ein Auto, wenn man das Lenkrad locker hält, exakt geradeaus fahren.


Im Extremfall haben Lenkung oder Radaufhängung Schaden genommen!

 

Wenn du sehr stark mit einem Rad gegen ein Hindernis gefahren bist kann es sogar sein, dass Teile der Radaufhängung Schaden genommen haben.
Evtl. ist dann sogar ein Achslenker verbogen.

 

Natürlich kann nach einem heftigen Aufprall mit dem Rad gegen ein Hindernis, auch der Reifen oder die Felge beschädigt worden sein.
Darum sollte man in so einem Fall in einer Werkstatt den Reifen und die Felge auf Schäden untersuchen lassen.

 Die Radschrauben lösen sich im Normalfall nicht beim Fahren gegen ein Hindernis, darum ist die zweite Antwort verkehrt.


Wird nur ein Vorderrad gebremst, zieht der Wagen zu dieser Seite hin!

Auf diesen Bildern kannst du sehen was passiert, wenn man nur ein Vorderrad eines fahrenden Autos abbremsen würde. Das Auto zieht zu der Seite hin, an der das Rad gebremst wird.

 

Würde man ein Vorderrad schlagartig abbremsen, könnte es sogar sein, dass sich das Fahrzeug komplett dreht.

Ähnliches kann auch zu wenig Luftdruck verursachen!

Wenn der Luftdruck in einem Rad zu gering ist, rollt dieses Rad nicht mehr gut. Es wird also abgebremst.
Also hat ein Vorderrad mit wesentlich zu wenig Luft eine ähnlich Wirkung, wie das abgebremste Vorderrad auf dem oberen Bild. Das Auto zieht zu der Seite mit dem platten Reifen hin!

Jetzt ist auch diese Frage kein Problem mehr!


Auch das Fahrwerk muss in Ordnung sein!

 

Damit ein Auto vernünftig auf der Straße liegt, benötigt es nicht nur vernünftige Reifen.

Auch ein vernünftiges Fahrwerk, also eine gute Federung und Dämpfung, sind für ein gutes Fahrverhalten Voraussetzung.
Ein gutes Fahrwerk sorgt dafür, dass der Wagen ruhig liegt und sich nicht während der Fahrt aufschaukelt.

Wenn sich ein Auto ständig während der Fahrt aufschaukelt, schwankt oder nach jeder Bodenwelle nachwippt, ist das nicht nur gefährlich, es ist auch nicht gut für die Reifen.

Die Reifen werden ständig ungleichmäßig belastet, fahren sich daher auch ungleichmäßig am gesamten Umfang ab, sie kriegen rundherum Auswaschungen.

 

Wie das ungefähr aussieht, kannst du an diesem Bild sehen. Durch das unruhige Wippen des Fahrzeugs ist der Reifen ungleichmäßig belastet und dementsprechend ungleichmäßig abgefahren worden.

 

Auch hierzu gibt es eine Theoriefrage!

Ein Frontspoiler ist ein Aerodynamikteil für die Karosserie, er hat nichts mit der Abnutzung der Reifen zu tun. Daher ist die erste Antwort falsch!


Ein Reifen altert!

Genau wie alle anderen Kunststoffe, altern auch Reifen mit der Zeit. Sie verlieren ihre Weichmacher, werden hart, porös und rissig.

Daher sollten Reifen nicht älter als 6-8 Jahre sein und dann ausgetauscht werden, auch wenn sie noch genug Profil haben.

Du erkennst das Reifenalter an der der DOT Kennziffer. Du findest sie an der Reifenflanke eines Reifens.

Auf dem nächsten Bild kannst du sehen wie so etwas aussieht. DOT und dahinter eine

4stellige Zahl.
Hier in diesem Beispiel 4315! Dieser Reifen ist in der 43ten Woche 2015 hergestellt worden.


Mindestprofiltiefe 1,6mm!

Die Profilrillen eines Reifens haben dafür zu sorgen, dass das Wasser beim Durchfahren von Pfützen und Wasserlachen, abgeführt wird. Es verhindert, dass der Reifen aufschwimmt und das Fahrzeug ins Aquaplaning gerät.

Je tiefer die Profilrillen sind, umso mehr Wasser können sie aufnehmen und abführen.
Darum ist gerade bei einer Regenfahrt, genügend Profiltiefe extrem wichtig.

 

Empfohlen sind bei Sommerreifen mind. 3mm Profiltiefe und bei Winterreifen mind. 4mm!

 

Das sind aber nur die Empfehlungen, gesetzlich vorgeschrieben sind nur 1,6mm!

Auch ohne Messwerkzeug kannst du feststellen ob der Reifen noch ausreichend Profiltiefe hat.
In den Hauptrillen findest du kleine Erhebungen, das sind Verschleißanzeiger. Sie sind genau 1,6mm hoch. Wenn das Profil auf die gleiche Höhe abgefahren ist, muss der Reifen spätestens gewechselt werden.

 

Jetzt sind auch die letzten beiden Fragen zum Thema Reifen ganz einfach zu lösen!


Dieses Thema gibt es auch als Video!